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Liebe Leserinnen und Leser,

erfreulicherweise gibt es in diesem Jahr wieder ausreichend Niederschläge. Dies lässt Pflanzen wachsen, und die oberen Bodenschichten sind wieder ausreichend mit Wasser versorgt. Allerdings herrscht in den tieferen Bodenschichten noch Trockenheit, wo die Durchfeuchtung naturgemäß auch länger dauert.
Die Landkreise sind schon länger dabei, eine gerechte Verteilung des wertvollen Wassers mit allen Verbrauchern zu entwickeln. Dies ist richtig und muss unbedingt im Vorfeld geklärt werden. Sollte es jemals zu einem akuten Wassermangel kommen, wissen wir spätestens seit Corona, wie sinnvoll Behörden/Ministerien auf Probleme reagieren können. Da ist ein erarbeiteter Plan in der Schublade Gold wert und stellt sicher, dass er schnell abgearbeitet werden kann. Um eines kommen wir aber alle nicht drum herum: Die Ressource Wasser muss maximal effizient eingesetzt werden. Aus landwirtschaftlicher Sicht gibt es technische Möglichkeiten. Auch die gewählte Tageszeit ist entscheidend dafür, wie erfolgreich beregnet wird. Allerdings muss eben diese geforderte Effizienz auch in allen anderen Bereichen der Wassernutzung garantiert werden. Hierbei kann man berechtigte Zweifel haben, ob bei Wasserknappheit der private Bereich überhaupt ausreichend kontrolliert bzw. reguliert werden kann. Die Stadt Bremen z. B. verbraucht etwa 30 Millionen Kubikmeter Trinkwasser im Jahr, welches nur zu 17 Prozent aus Blumenthal selber gefördert werden kann. Die restlichen Mengen müssen aus Niedersachsen zugekauft werden. Eine mehrstufige Aufbereitung des Weserwassers würde zu hohen Kosten führen und die in der Hansestadt ohnehin hohen Wohnkosten weiter ansteigen lassen. Eine Aufbereitung von Flusswasser ist in Deutschland aber durchaus üblich und scheint nur durch günstigere Alternativen nicht in Betracht zu kommen. Bis 2023 will die Stadt ein Trinkwasserversorgungskonzept zusammen mit der swb AG entwickeln, welches Trinkwassermengen bis ins Jahr 2050 für die Stadt absichert. Der prognostizierte steigende Verbrauch Bremens wird übrigens alleine durch eine Zunahme der Stadtbewohner begründet. Hier werden anscheinend offensiv Claims abgesteckt, um sich günstig Wassermengen zu sichern. Der Trinkwasserverband Verden hat seine Liefermengen übrigens schon um eine Million Kubikmeter reduziert, weil dort schon Folgen der Wasserförderung in der Natur sichtbar wurden. Auch südlich von Bremen fiel ein Bach trocken, worauf dort die Trinkwasserförderung zeitweise eingestellt werden musste. Alle Wasserversorger müssen mit dem Land Bremen hart verhandeln und dürfen geforderte Mengen nicht langfristig garantieren, denn Wasser brauchen wir schließlich alle.

Christoph Klomburg, Vorsitzender

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