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Meine Meinung


Liebe Leserinnen und Leser,

als ich mich vor genau 35 Jahren intensiv mit der Planung und Kalkulation meiner Selbstständigkeit befasst habe, bin ich auf die Sauenhaltung gekommen, der typischen Spezialisierungsrichtung der kleinen, flächenarmen und armen Bauern. Da ich vor Arbeit keine Angst habe, haben meine Frau und ich dann am 1. Januar 1986 auf einem Resthof mit 2,3 Hektar Grünland und 150 Sauen auf Stroh in Schultergurt-Anbindehaltung angefangen. Sauenhaltung ist nicht leicht, steht man doch am Anfang der Kette und erlebt immer wieder Zeiten ohne ausreichende Preise und ohne reagieren zu können. Die Milchbauern kennen das auch. Erfolgreich gemacht und sparsam gelebt konnte man aber auch mit Sauen Geld verdienen und einen Betrieb entwickeln. 1991 gab es 1.696 Sauenhalter im Landkreis Nienburg und etwas mehr im Landkreis Diepholz. Das hat sich dramatisch verändert! Im vergangenen Jahr waren es noch 74 Sauenhalter in Nienburg und 111 Züchter in Diepholz. Die Gesetzesänderungen zur Gruppenhaltung im Wartestall hat allein im Jahr 2014 30 Prozent unserer Ferkelerzeuger zur Aufgabe gezwungen. Wir haben vor sieben Jahren, ohne Bestandsaufstockung, über 400.000 Euro investiert um weiter Sauen halten zu dürfen.
Nun ist sie da, die von der ISN und Teilen des Berufsstandes geforderte „Rechtssicherheit“! In der verabschiedeten Tierschutznutztierhaltungsverordnung wird das Ende der bäuerlichen Sauenhaltung in Deutschland endgültig besiegelt. Wer nicht innerhalb von drei Jahren sein Deckzentrum von 1,3 Quadratmeter pro Sau auf 5,0 Quadratemeter pro Sau mehr als verdreifacht, oder den Bestand reduziert, ist weg. Wer innerhalb von zwölf Jahren seinen Abferkelstall nicht komplett neu baut, mit Bewegungsbuchten von 6,5 Quadratmetern statt bisher 4,0 Quadratmetern, muss auch aufgeben. Ein Neubau ist erforderlich, da fast alle Gülle-, Futter- und Laufgangachsen mit den neuen Maßen nicht kompatibel sind. In den Bewegungsbuchten wird nach neuesten staatlichen Untersuchungen durch das Projekt „InnoPig“ die Zahl der von der Mutter erdrückten Ferkel gegenüber dem Ferkelschutzkorb dramatisch ansteigen: „In der Freilaufbucht 67 Prozent und im Ferkelschutzkorb 34 Prozent der verendeten Ferkel“.
Dies ist ein Paradebeispiel für Grüne Ideologie gegen die Interessen von Mensch und Nutztier.

Tobias Göckeritz, Vorsitzender

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