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Meine Meinung


Liebe Leserinnen und Leser,

während ich diesen Kommentar schreibe, gehen die Proteste der Berufskollegen weiter. Das Auslieferungslager von Aldi Nord in Weyhe wurde belagert. Offenbar im ganzen Land wurden Aldi Zentralläger von Bauern besucht. Die fünf größten Lebensmittelhändler halten unter sich 75 Prozent am Gesamtumsatz. Das Problem ist, dass die heimische Landwirtschaft mit immer höheren Produktionskosten belastet wird, die Produktpreise aber vom Weltmarkt bestimmt werden sollen. Diesen Spagat können unsere bäuerlichen Familienbetriebe nicht aushalten. Die runden Tische der Kanzlerin, mit jeder Menge ländlicher Organisationen und auch mit den Lebensmitteleinzelhändlern lösen dieses Grundproblem nicht, sie haben nicht einmal Ansätze zur Lösung geliefert.
Als wäre nichts gewesen, wird weiter unverdrossen überwiegend mit sinkenden Preisen für Grundnahrungsmittel wie Fleisch, Milch und Butter geworben. Die Situation, insbesondere für unsere milchviehhaltenden Berufskollegen, ist seit Jahren angespannt und die Preise sind bei den hier herrschenden Produktionsauflagen nicht auskömmlich.
Wenn Aldi als Trendsetter jetzt die beiden Konzerne Aldi Nord und Aldi Süd zur internationalen Einkaufsgemeinschaft mit Sitz in Österreich und australischem Manager zusammen führt, um damit zunächst die Einkaufspreise der „weißen Linie“ (Milchprodukte) im Hinblick auf den Weltmarkt noch weiter zu drücken, dann ist das ein Schlag ins Gesicht der deutschen Landwirte insgesamt, die unter deutlich höheren Produktions- und Sozialstandards arbeiten als der Wettbewerb auf dem Weltmarkt.
Wie opportunistisch die Entwicklung in Deutschland ist, zeigt sich unter anderem auch in den Bemühungen von VILSA Brunnen. Hier geht es kein Stück um Produktqualität, denn das aus großer Tiefe „abgebaute“ Mineralwasser ist sehr alt, sondern es geht allein um Marketing. Man will „Bio-Wasser“ – was immer das auch sein mag – vermarkten und dazu muss man verschiedene Aktivitäten entwickeln um ein solches Label zu erreichen. Wir deutschen Bauern sind ja bereit fast alle nachvollziehbaren Produktionsmethoden anzuwenden, wenn sie denn für die Familien ein Einkommen und einen Fortbestand der Höfe ermöglichen.

Tobias Göckeritz, Vorsitzender

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