September 2022

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Tobias Göckeritz
Tobias Göckeritz

Liebe Mitglieder,
der Umbau, oder soll ich besser sagen die Zerstörung unserer deutschen Wirtschaft und Landwirtschaft schreitet voran. Als wäre nicht alles schon schlimm genug, entblödet sich die EU-Kommission nicht, durch ihren Vizepräsidenten Timmermanns (Sozialdemokraten) ein weiteres Gesetzespaket vorzulegen, das nichts weniger bedeutet, als eine weitere Verknappung und damit Verteuerung von Lebensmitteln in Europa. “Eine Halbierung des Pflanzenschutzeinsatzes bis 2030 und ein totales Pflanzenschutzverbot auf allein in Niedersachsen 850.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche in wasser- und naturschutzrechtlichen Schutzgebieten – wer sowas in Zeiten von Krieg in Europa, globalen Nahrungsmittelengpässen und steigenden Verbraucherpreisen vorschrieben will, handelt verantwortungslos!“ (Dr. Holger Hennies) Was so verblümt als Agrarwende, Verkehrswende oder Energiewende daherkommt, ist nichts anderes als ein Umsturz der bestehenden Wirtschaftsordnung, eine Verarmung und Deindustrialisierung unserer deutschen Gesellschaft. Für uns Landwirte und vor allem auch für die landwirtschaftlichen Grundbesitzer (Verpächter) bedeutet es nichts anderes, als ein weiterer Schritt von entschädigungsloser Enteignung. Die Zeit von „Borchert-Kommission“, „Zukunftskommissionen“ und „Gesellschaftsverträgen“ ohne belastbare Finanzierung ist für mich vorbei. In Zeiten von Hyperinflation, Rekordstaatsverschuldung und weiteren Entlastungspaketen sollte man zuerst über Geld sprechen, bevor man überhaupt in einen „Zukunftsdialog Landwirtschaft“ einsteigt. Andernfalls kann es kommen wie beim Niedersächsischen Weg; er wird durch EU-Ordnungsrecht hinfällig.
Alle fünf Jahre können wir in Niedersachsen eine demokratische Stimme für das eine oder andere politische Angebot abgeben. Da ist es manchmal schlau, sich nicht von warmen Worten, schönen Bildern oder Plakaten einlullen zu lassen, sondern zu lesen, wie denn der eigentliche Partei-Plan ist. Ich habe die Wahlprogramme (514 Seiten) von vier Parteien auf die landwirtschaftlichen „Herausforderungen“ durch gesehen (Wahlprogramme).
Aus meiner Sicht waren die letzten Regierungsjahre von SPD und CDU für Niedersachsen nicht die schlechtesten.