Nach der Wahl kommt die Qual

Bild
Christoph Klomburg
Christoph Klomburg

Liebe Leserinnen und Leser,

nach der Wahl kommt die Qual – oder entsteht dort jetzt der völlig neue und innovative Weg in die Zukunft?
Über sämtliche Parteikonstellationen wurde ausgiebig orakelt und gedeutet, es bleibt aber wie bei allen Vorhersagen unverbindlich. Letzten Endes zählen für die Wähler weder schöne Worte oder schräge Interpretationen, sondern einzig und allein die Taten.
Die Landwirtschaft hat gerade in der letzten Legislaturperiode enorm unter den Taten zu ächzen!
Dazu kam eine Tierwohldebatte, die im Grunde richtig ist, aber wenn kaum einer bereit ist, die deutsche Produktion zu bezahlen und die Gesetzesänderung für Stallumbauten nicht umgesetzt werden, dann hat eine deutsche Tierhaltung keine Zukunft mehr. Keine Partei kann eine importierte Landwirtschaft verantworten!
Dazu kommt eine „aufgeheizte“ Klimadebatte, die mit immer wilderen und hektischeren Forderungen bei immer dunkleren Zukunftsszenarien unnötig Ängste schürt. Angst frisst Hirn und eine sachliche Diskussion über die Machbarkeit wird damit nur schwer ermöglicht.
Bitte nicht falsch verstehen. Einer muss anfangen und zeigen wie Klimaschutz geht, denn Deutschland wird zeigen, wie wir alle klimaneutral oder besser noch klimapositiv sein werden – und dies unter allen Vorzügen und Annehmlichkeiten der modernen Welt.
Wer dabei nicht stutzig wird, glaubt auch, dass am Erntedankfest den Bauern gedankt wird. Mittlerweile scheint eine deutsche Landwirtschaft einfach nur noch „nice to have“, aber wirklich dafür einsetzen möchte sich im urbanen Berlin kaum einer mehr!
Die Produktion findet nur nicht in Deutschland statt, doch damit ist kein Klima zu retten. In den meisten Debatten ist diese Tatsache kein Thema!
Es wird lieber darum gestritten, welchen Anteil die Landwirtschaft am Klimawandel hat, anstatt zu sehen, dass wir auf alles andere verzichten können, außer unser tägliches Brot.
Die wirtschaftliche Lage auf den Betrieben ist aktuell überall angespannt. Im Milchbereich schon lange, in anderen tierhaltenden Betrieben begann es mit Corona, der Vogelgrippe oder der afrikanischen Schweinepest. Exportbeschränkungen, Lieferengpässe und Kostenexplosionen bei allen Betriebsmitteln verschärfen die angespannte Lage auf den Höfen enorm. Hinzu kommt, dass der Handel das dringend benötigte Geld nicht an die Höfe weitergibt. Damit scheint die politische Zukunft der Landwirtschaft so ungewiss wie nie zuvor und eine zukünftige Bundesregierung sollte schnell handeln, um die überall hochgelobten Familienbetriebe zu erhalten!