August 2026
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
hurra, wir sind Weltmeister – aber leider nur bei den Kosten.
Zurzeit läuft es in vielen Bereichen der Landwirtschaft nicht rund. Wer tanken oder einkaufen muss, kennt die gestiegenen Kosten. Auch andere Dinge wie Dünger oder Ersatzteile sind spürbar teurer geworden. Im Ackerbau und in der Tierhaltung passen die Erlöse in vielen Bereichen längst nicht mehr zu den Kosten: Das klassische Zugpferd Zuckerrübe schwächelt, die Schweinepreise sind unter aller Sau, dem Biogas fehlt eine echte Perspektive, und lange Lieferzeiten bei Ersatzbeschaffungen machen es zusätzlich schwer. Hinzu kommen Steuerzahlungen aus besseren Jahren – der Klassiker in schlechter werdenden Zeiten.
Wie immer sind die Probleme vielschichtig, und ja: Man kann nicht alles, was durch Kriege auf dieser Welt passiert, durch Geldgeschenke der Politik auffangen. Das will auch niemand von uns! Was wir aber fordern, haben wir in einem Schreiben an die Politik formuliert.
Die Politik hat sich immer wieder zur Landwirtschaft bekannt, denn sie übernimmt viele wichtige Aufgaben: den Erhalt der Kulturlandschaft, den Erhalt der Infrastruktur in dünn besiedelten Regionen, aktiven Naturschutz – und gerade in schwierigen Zeiten wurde auch die Versorgungssicherheit immer wieder betont.
Wie eng das alles zusammenhängt, zeigt ein Beispiel: Als eine der Brandursachen der schweren Waldbrände in Spanien und Frankreich wird neben der Dürre auch die zunehmend unbewirtschaftete Landschaft genannt – eine Folge unter anderem des Wegzugs aus ländlichen Regionen. Ungenutzte Flächen erhöhen die brennbare Masse erheblich und erschweren die Löscharbeiten.
Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht könnten wir Landwirte auch in anderen Branchen arbeiten. Wir hätten auf den ersten Blick mehr Geld für Konsum und mehr Freizeit. Doch dann fielen all die Zusatzleistungen weg, die wir heute für die Gesellschaft erbringen – und danach würde es für uns alle wieder nur noch teurer.
Das kann niemand wollen. Deshalb muss die Politik eine funktionierende deutsche Landwirtschaft ermöglichen, statt ständig die Kosten in die Höhe zu treiben. Wenn wir schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft auf den hinteren Plätzen landen, dann doch vielleicht auch bei den Kosten.
Christoph Klomburg, Vorsitzender