Juli 2026
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
der Deutsche Bauerntag in Freiburg ist Geschichte. Er stand unter dem Motto „Landwirtschaft stärken, Versorgung sichern“. Was bleibt davon in Erinnerung?
Die Stimmung war schlecht. Sie ist geprägt von Wut auf die Politik und Existenzängsten.
Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Cem Özdemir, der uns allen noch als engagierter Landwirtschaftsminister der Ampelregierung in guter Erinnerung ist, hielt ein Grußwort. Er sprach davon, wie wichtig und essenziell die Landwirtschaft, insbesondere die Tierhaltung, in Deutschland sei, und dass sein Bundesland die Landwirtschaft stark unterstützen wird. Und er beklagte, dass der Bund nicht liefert, denn Geld genug wäre vorhanden. Wir, damit meine ich die Delegierten rechts und links neben mir, guckten uns aufgrund seiner Worte verwundert an und fragten uns, welchen Sinneswandel der Mann durchlebt hat …
Joachim Rukwied fand deutliche Worte. Er sprach von einer Kriegserklärung an die europäische Landwirtschaft durch die geplante 20-prozentige Kürzung im EU-Agrarhaushalt. Er hob auch noch einmal hervor, dass die Ernährungssicherheit ebenso wichtig ist wie die Verteidigungsfähigkeit. Nur eine dauerhafte, stabile Versorgung mit bezahlbaren Lebensmitteln sorgt für eine innere Stabilität in der EU. Wer das nicht begreift oder missachtet, fördert den Aufschwung der linken und rechten Parteien. Außerdem stellte er die Frage an uns Delegierte, ob er irgendwelche positiven Veränderungen für uns Landwirte verpasst hat und wir noch mehr aufzählen könnten, wie die immer wieder von allen erwähnte Agrardieselrückvergütung. Eine Antwort hat er von uns nicht bekommen.
Franck Sander, Vizepräsident vom Europäischen Bauernverband COPA, berichtete von den Problemen der französischen Bauern, die, wen wundert es, identisch mit den unseren sind.
Minister Rainer, frisch zurück aus China, berichtete u. a. von den Erfolgen, die seine Delegation dort erreicht hat. Laut seinen Worten ist in seinem Ministerium einiges im Umbau, aber es dauert …
Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass es Rukwieds letzte Grundsatzrede war. Nächstes Jahr in Aachen wird ein neuer Präsident gewählt. Dr. Holger Hennies und Dipl.-Ing. agr. Torsten Krawczyk, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, sind bereit, für das Amt zu kandidieren. Wie in einer Demokratie üblich, wird die Mehrheit der Delegierten entscheiden.
Jürgen Meyer, Vorsitzender