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Meine Meinung


Liebe Leserinnen und Leser,

nach der EU-Wahl ist wieder vor einer anderen Wahl in Deutschland. Daher befürchte ich, dass der Klimawandel und die Landwirtschaft weiter als Wahlkampfthema herhalten müssen, die Wahlergebnisse sprechen da für sich. Allerdings bitte ich alle Parteien und Politiker einen ehrlichen und fairen Umgang mit der Landwirtschaft in Sachen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz zu führen. Wer lobenswerter Weise Bienen helfen möchte, muss zukünftig auch akzeptieren, dass vermehrt Wespen, Spinnen, Mücken, Läuse usw. auftreten. Genauso ist es bei den Flächen die aus der Produktion genommen werden, um diese in Klima- und Insektenschutzflächen umzuwandeln. Diese Ackerflächen werden woanders auf der Welt ersetzt werden müssen… Vielleicht aus Regenwald oder zwangsenteigneten Flächen in Ländern mit lockereren Gesetzen als bei uns?
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, die Landwirtschaft muss - wie alle anderen Produzenten - seinen Klima-beitrag leisten. Nur fragt man sich mittlerweile, ob die Landwirtschaft allein herhalten soll, damit alle anderen weiter machen können wie bisher.
Dies führt zu Unmut und Perspektivlosigkeit, insbesondere bei den jüngeren Landwirten, die sich fragen, ob eine Zukunft für sie in Deutschland überhaupt politisch gewollt ist.
Von den politischen Parteien nicht verstanden und nicht gehört zu werden führt unweigerlich zu Frustration, Aggression oder Depression. All das kann man aktuell auf vielen landwirtschaftlichen Familienbetrieben finden und dies kann im Zusammenspiel mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage einen gefährlichen Nährboden entstehen lassen.
Ehrlichkeit ist die Lösung im Klimastreit, birgt aber auch ein hohes Risiko für all diejenigen, die bislang Wähler angesprochen haben die selbst keine oder nur sehr wenige Einschränkungen dadurch in Kauf nehmen mussten.
Ich möchte jetzt keine Klimasünden aufzählen und damit auf andere zeigen, denn tief im Inneren weiß jeder von uns, was dem Klima schadet oder nicht. Die Frage ist nur, wie ehrlich man zu sich selbst und anderen gegenüber ist!

 

Christoph Klomburg, Vorsitzender

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