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Meine Meinung


Liebe Leserinnen und Leser,

so langsam kehrt wieder Normalität in den Alltag zurück. Auch wenn die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zum Teil zeitversetzt kommen werden und trotz erheblicher Anstrengungen der Politik mit Liquiditätshilfen, steuern wir wahrscheinlich auf eine Krise nach der Krise zu. Die Banken schätzen, dass acht bis zehn Prozent der Firmen kein tragfähiges Geschäftsmodell haben und nur aufgrund der niedrigen Zinspolitik überhaupt noch existieren. Auch den deutschen Haushalten wird Schätzungen zufolge weniger Einkommen zur Verfügung stehen.
In der Coronazeit wurde vermehrt auf günstige, aber auch regionale Produkte zurückgegriffen. Das heißt für uns Bauern, dass eine erschwingliche Produktion in Deutschland vom überwiegenden Teil der Verbraucher gewünscht ist!
Die deutsche Landwirtschafts- und Umweltpolitik täte gut daran, nicht sämtliche Wunschträume oder populistische Darstellungen ungeprüft zu übernehmen und damit die Landwirte mit immer neuen Anforderungen, Verboten, Gebietsausweisungen oder einem immer noch ungeklärten Weg der zukünftigen Ferkelerzeugung in die Unmöglichkeit des Wirtschaftens zu treiben.
Gleichzeitig wird kein Problem darin gesehen, die Lebensmittel günstig aus der ganzen Welt ins Land zu holen, die meist unter völlig anderen Bedingungen produzierten wurden. Durch das weltweite Handelsrecht wird sich dies ehrlicherweise auch nicht ändern lassen, wenn die Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen soll.
Der Auftrag der Gesellschaft an die Landwirtschaft muss konstruktiv neu geplant werden, da wir Landwirte sonst immer mehr an die Wand gefahren  werden.
Der Niedersächsische Weg ist ein erster Versuch, weg von einseitigen Schuldzuweisungen hin zu einem fairen Miteinander und damit zielführend und im Sinne des Hof- und Naturschutzes zu agieren.
Zugegeben, das von Verbänden der Landwirtschaft, des Naturschutzes und der Politik erarbeitete Papier liest sich im ersten Anlauf schwer. Allerdings stellt es nur ein Fundament dar, worauf jetzt gemeinsam aufgebaut wird. Einen solchen Schulterschluss hat es in dieser Form noch nicht gegeben und er lässt hoffen, als gutes Beispiel für eine von der Gesellschaft  getragene Landwirtschaft zu stehen.

Christoph Klomburg, Vorsitzender

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