Oktober 2026

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Christoph Klomburg
Christoph Klomburg

Liebe Leserinnen, liebe Leser, 

das Erntedankfest ist und bleibt ein wichtiger Tag für die Landwirtschaft. Alle Akteure in der Agrarbranche wissen um die viele Arbeit und den Einsatz, die dahinterstecken. Und in manchen Jahren fährt man die ernüchternden Früchte seines Einsatzes ein, ohne etwas falsch gemacht zu haben. Man könnte meinen, es liegt nicht alles in unserer Hand, aber auch nicht alles in der des Herrn.

Doch neben schwankenden Ernte- und Regenmengen kommt immer stärker ein Preis- und Politikrisiko dazu. Immer unkalkulierbarer schlagen Markt und Verordnungen auf unsere Höfe ein.

Günstigere Waren aus der EU und der Welt drücken die deutschen Preise, der Einzelhandel kündigt Tierwohlverträge, Schlachter wollen eigene Preisnotierungen durchsetzen, und Fristen zum Stallumbau zwingen zu Entscheidungen – und das bei schwindender Planungssicherheit und steigenden Zinsen. Die Betriebe gehen in Kosten und Regelungen unter.

In den letzten Jahren vor und nach den Bauernprotesten ist eigentlich alles in unzähligen Treffen abschließend besprochen worden. Klares Ergebnis: Wer fordert, muss auch zahlen bzw. einen Markt bedienen, der auch existiert. Andernfalls passiert genau das, was wir jetzt haben: eine bewusst verteuerte heimische Produktion, günstigere Alternativen und eine sinkende Kaufkraft der Kundschaft. Nicht ohne Grund ist Bauernpräsident Rukwied auf Distanz zur Bundesregierung gegangen.

Er ist nicht gerade dafür bekannt, einfach unüberlegt etwas übers Knie zu brechen. Manch einem Kritiker sucht er sogar viel zu oft den Dialog. Aber auch er hat jetzt erkannt, dass viele der Zusagen der Bundesparteien nicht eingetroffen sind oder durch die Hintertür wieder relativiert wurden.

Er hatte in seiner 15-jährigen Amtszeit als DBV-Präsident mit mehreren Bundesregierungen zu tun und muss sich bestimmt nicht vorwerfen lassen, aus den jüngsten Wahlergebnissen politisch Kapital schlagen zu wollen. Es ist vielmehr eine Erinnerung an die Verantwortung, die wir alle für unsere Betriebe und Familien haben. Ermöglicht eine Regierung oder Partei einem keine Perspektive mehr, ist es vollkommen demokratisch, diese bei der nächsten Wahl nicht wiederzuwählen. Da braucht man dem Wähler auch nichts besser zu erklären, das entscheidet er wie gewohnt ganz allein!

Übrigens führte vor etwa 250 Jahren neben vielen anderen Steuern eine Zuckersteuer in der britischen Kolonie Amerika zu Konflikten und endete bekanntlich in der Unabhängigkeitserklärung und der Abspaltung vom britischen Mutterland. Dieses hatte seine Schulden unter anderem mit einem Krieg deutlich erhöht und suchte nach neuen Einnahmequellen.

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.

Christoph Klomburg, Vorsitzender