April 2026

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Jürgen Meyer

Liebe Leserinnen, 
liebe Leser, 

wir sind in der nächsten Krise angekommen! Nach der Corona-Pandemie und dem noch nicht beendeten Ukraine-Krieg ist noch ein neuer Krieg im Nahen Osten dazugekommen.

Dieser Krieg hat weitreichende Folgen – für die gesamte Wirtschaft und im Besonderen für unsere Landwirtschaft. Unsere Wirtschaft hat bis zum Beginn des Ukraine-Kriegs von billiger und allzeit zur Verfügung stehender Energie profitiert. Das war und ist essentiell für uns. Doch damit ist es erst einmal vorbei. Der für uns so wichtige Diesel sowie der Stickstoffdünger sind drastisch teurer geworden und es kann durchaus zu einer physischen Knappheit bei Diesel und Dünger kommen. 

30 Prozent des weltweiten Harnstoffhandels werden über die Region Hormus abgewickelt. Der Preis stieg seit Jahresbeginn um 57 Prozent – und was der Diesel kostet, sieht jeder  täglich mit feuchten Augen an der Tankstelle. Diese Situation, einhergehend mit schlechten Preisen für unsere Erzeugnisse, ist für viele Betriebe eine toxische Mischung.

Immer wenn es kriselt, fällt der Politik auf, dass Ernährungssicherheit gepaart mit Verteidigungssicherheit nicht unbedingt das schlechteste ist. Auf der Agrarministerkonferenz in Bad Reichenhall am 20. März dieses Jahres lautete Punkt  22 auf der Tagesordnung: „Bundeseinheitlich abgestimmte Umsetzung der Ernährungsnotfallvorsorge (ENV) durch Bund und Länder“ oder mit einfachen Worten: Wie sorgen Bund und Länder für den Fall vor, dass es wegen Krisen zu Nahrungsmittelengpässen kommt.

Frau Kaniber, bayerische Landwirtschaftsministerin, sagte im Januar in einem Zeitungsinterview: „Zudem muss Deutschland auch darauf vorbereitet sein, im Verteidigungsfall Hunderttausende NATO-Soldaten mit Nahrung versorgen zu können.“ Sie forderte, die Landwirtschaft müsse mit der gleichen Priorität behandelt werden wie die Bundeswehr.

Nach der Agrarministerkonferenz betonte Kaniber: „Die europäische Landwirtschaft ist systemrelevant.“ Ihr schwebt vor, das jeder Bauernhof  krisenfest werden soll. Aus Sicht der konservativen Agrarpolitiker haben sich die Prioritäten aufgrund der Weltlage mit ihren geopolitischen Verwerfungen dahingehend verändert, dass die Landwirtschaft von Bürokratie befreit und die Produktion gesteigert werden müsse.

Lasst euch nicht unterkriegen und sorgt, so gut es geht, für Euch und eure Betriebe vor.

Jürgen Meyer, Vorsitzender