Viele Trecker in Aktion

Viele Trecker in Aktion

von Tim Backhaus
Ein Teilnehmer nimmt Maß, bevor die nächste Furche gepflügt wird.
Estorf

Estorf (tb). Für Außenstehende mag es ein merkwürdiges Bild sein, wenn mehrere Trecker auf einem Ackerschlag in Aktion sind. Kenner wissen, dass zum Herbstanfang im Landkreis Nienburg angehende Landwirte ihren Meister im Pflügen ausmachen. 18 Teilnehmer pflügten jetzt in Estorf jeweils ein keilförmiges Feld von etwa 2.000 Quadratmetern um; unter den kritischen Augen der Jury.
Der Boden stellte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trotz der langanhaltenden Trockenheit nicht vor allzu große Probleme. Der fehlende Regen macht den Boden sehr hart, wodurch immer wieder große Kluten und trockene Erde in die Furche fielen. Doch die Gegebenheiten waren im Teilnehmerfeld dieselben, sodass die Jury am Ende einen Sieger ausmachen konnte. Die Juroren achten auf möglichst wenig Reifenspuren und ob der Fahrer den Pflug an den richtigen Stellen ein- und ausgesetzt hat.
Die Wettkampfrichter, die auch aus Schülern der landwirtschaftlichen Fachschule bestand, bewerteten die Furchen von Simon Logemann aus Hassel am besten, sodass Kreislandwirt Tobias Göckeritz dem 18-jährigen Auszubildenden den mit 100 Euro dotierten Wanderpokal der Werner-Ehrich-Stiftung überreichen konnte. Den zweiten Platz im Drehpflügen teilten sich punktgleich Lukas Lammers und Dirk Menze. Sieger im Beetpflügen war Hagen Siedenberg.
Göckeritz richtete seinen Dank an die Lehrchefs des Teilnehmerfeldes, die Organisatoren und Richter und die zahlreichen Sponsoren, die er jeweils namentlich erwähnte. In Anwesenheit der Landtagsabgeordneten Dr. Frank Schmädeke und Karsten Heineking (beide CDU) sprach der Kreislandwirt die „massive Bedrohung für Weidetierhalter“ an. Seit Anfang August werde alle drei bis vier Tage ein Nutztier im Landkreis gerissen. Vermutlich mehrere Wölfe haben in Sonnenborstel erstmals ein 300 Kilogramm schweres Rind gerissen und 40 Kilogramm Fleisch gefressen. „Es wird Zeit, dass in Hannover und Berlin endlich etwas passiert“, sagte Göckeritz. Es sei besonders wichtig, dass Risse und Sichtungen bei den Wolfsberatern (Hubert Wichmann: 0171 5697073) gemeldet würden, betonte er. „Nur so können wir etwas erreichen.“ Den Rinderhaltern nahm er die Sorgen, die Betriebsprämie zu riskieren, falls nur eine Standardzäunung besteht. „Das wird in Nienburg nicht passieren, hat der Landkreis öffentlich erklärt.“ Für Schafe, Ziegen und Gatterwild muss der sogenannte „wolfsichere Grundschutz“ von 95 Zentimeter hohem Stromnetz bestehen.