Offener Brief an Maik Beermann, MdB

Offener Brief an Maik Beermann, MdB

von Landvolk Mittelweser
MdB Maik Beermann (CDU)
Syke

Sehr geehrter Herr Beermann,
am Sonntag, 11. Juli 2021, haben betroffene Bürger an vielen Orten in ganz Niedersachsen gegen die verfehlte Wolfspolitik der Bundesregierung protestiert. Wir, das Landvolk Mittelweser, das Landvolk Hannover, das Landvolk Lüneburger Heide, der Landfrauenkreisverband Mittelweser, die Weidetierhalter Deutschland WNoN und der Hannoveraner Pferdezuchtverband haben gemeinsam eine Veranstaltung mit vielen betroffenen Bürgern unmittelbar aus Ihrer Heimat in Rodewald durchgeführt. Sie waren als Bundestagsabgeordneter des Streifgebietes des Rodewalder Wolfsrudels eingeladen, der die Regierungspartei vertritt, die in den letzten Jahren die Mitverantwortung für die Wolfpolitik in Deutschland getragen hat. Sie haben sich dazu vorher ordnungsgemäß entschuldigt und abgemeldet. Viele Ihrer Nachbarn haben Sie dennoch schmerzlich auf dieser Veranstaltung vermisst. Die Irritationen haben dazu geführt, dass Sie noch am Sonntagabend um 23:05 Uhr über Facebook erklärt haben, warum sie bei dieser Veranstaltung nicht anwesend waren.
Wir akzeptieren diese Begründung. Jeder sollte Zusagen, die er gegeben hat, einhalten.

Im weiteren Verlauf Ihres Facebook-Beitrages gab es verschiedene Kommentare, unter anderem folgenden:
„Der Taubenzüchterverein aus Wasweissichwo ist ebenso entsetzt über deine Abwesenheit bei der heutigen Prämierung des schönsten Hasen im Dorf. Ab sofort wird die Gefolgschaft verweigert...!
Leute kommt mal wieder klar...manche halten sich einfach wichtiger als andere. Und einige für ganz besonders wichtig...das Dilemma wirst du immer haben. Also rechtfertige dich nicht und mach deine Arbeit so wie du es für richtig hältst...Wer sich mit deinen Aussagen und Positionen beschäftigt, weiß wo du agrarpolitisch stehst...“

Dieser Beitrag ist eine Verharmlosung und Verunglimpfung der von Wölfen betroffenen Menschen, setzt er doch tausende von Mitgliedern der Landfrauen, des Landvolks, der Weidetierhalter und des Hannoveraner Pferdezuchtverbandes mit ihren ganz realen Ängsten und Nöten aus einer ganzen Region, herabsetzend mit einem „Taubenzüchterverein aus Wasweissichwo“ gleich. Spätestens hier hätte eine deutliche Intervention von Ihnen erfolgen müssen, aber nein!  Im Gegenteil: Sie liken diesen Beitrag und offenbaren damit eine völlig andere Haltung, als Ihre vorherigen Lippenbekenntnisse.
Wir verwahren uns in aller Form gegen diese offenkundige Missachtung der Menschen und ihrer Not im Streifgebiet, die sich auch in der Wolfspolitik der Bundesregierung und der sie tragenden Parteien CDU und SPD wiederspiegelt.
Seit Jahren weisen wir auf das exponentielle Wachstum dieses großen Raubtieres ohne natürliche Feinde und die massiven Schäden hin, die durch die Wölfe, durch Risse, Zaunbau und die Verdrängung der Weidetierhaltung für unsere Heimat und die Biodiversität entstehen. Die verträgliche Populationsgröße von Wölfen für Niedersachsen ist längst überschritten und dennoch verweigert die Bundesregierung den Antrag auf Feststellung des ausreichenden Erhaltungszustandes bei der EU und die reguläre Bejagung dieses Spitzenprädators.
Wir fordern Sie persönlich auf, endlich zu handeln. Die Situation auf unseren Weiden und in unseren Dörfern ist unerträglich.

 

Der Geschäftsführende Vorstand
des Landvolk Niedersachsen Kreisverband Mittelweser e. V.