Landvolk fordert Abschuss des gesamten Rodewalder Rudels

Landvolk fordert Abschuss des gesamten Rodewalder Rudels

von Landvolk Mittelweser
Das Rodewalder Rudel, das mittlerweile aus mindestens sechs Tieren besteht, hat sich auf die Jagd größerer Nutztiere von bis zu 400 Kilogramm spezialisiert.
Mittelweser

„Wir fordern den Abschuss des gesamten „Rodewalder Rudels“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landvolk-Kreisverbandes Mittelweser. „Als deutschlandweit erster Berufsverband haben wir zum Schutz unserer Weidetierhalter beim NLWKN die Entnahme des kompletten Rudels beantragt, dessen Leitwolf GW717m ist“, berichtet das Landvolk Mittelweser.
Das Rudel, das mittlerweile aus mindestens sechs Tieren besteht, hat sich auf die Jagd größerer Nutztiere von bis zu 400 Kilogramm spezialisiert. Dies zeigt sich auch darin, dass seit November 2018 alle amtlich registrierten Angriffe des Rudels auf Rinder und Pferde erfolgt sind. „Allein den Leitwolf zu entnehmen wird nichts bringen“, ist der Verband sich sicher. Die drei erwachsenen Wölfe hätten ihr Wissen bereits an die Jungwölfe und Welpen weitergegeben. Das Rudel werde genauso weitermachen. Außerdem sei fraglich, wie ein beauftragter Schütze GW717m einwandfrei identifizieren will.
Das Rudel hat sich auf große Tiere spezialisiert. In Heemsen und Sonnenborstel hat das Rudel in direkter Nähe von Wohnhäusern und Stallgebäuden Nutztiere gerissen. In Stöckse wurde sogar in ein Stallgebäude eingedrungen, wo Kälber gerissen wurden.
Aufgrund der Häufigkeit der Risse und der Jagd auf Herdentiere aus Weidehaltungen ist es nach Ansicht des Landvolk-Kreisverbandes absolut notwendig auch die beiden erwachsenen Weibchen, besser das ganze Rudel, zu entnehmen. Die gesetzlichen Anforderungen für eine Entnahme seien erfüllt. Es gebe erhebliche Schäden für die Weidetierhaltung. Kleinere Schafhaltungsbetriebe hätten zum Teil bereits ihren Betrieb eingestellt. Da der Schutz durch die Herde nicht helfe, bleibe nichts anderes übrig, als eine schnelle Entnahme des Rudels.
Außerdem sei die Gefahrenlage soweit fortgeschritten, dass man auch im Interesse der Gesundheit des Menschen und der öffentlichen Sicherheit einen weiteren Ausnahmetatbestand vorliegen habe. Die Entwicklung des Jagdverhaltens des Rodewalder Wolfsrudels zeige bei konsequenter Betrachtung, dass eine latente Gefahr für die Gesundheit des Menschen und auch der öffentlichen Sicherheit besteht.
Das Landvolk Mittelweser sieht die Entnahme dieses Rudels als keineswegs bestandsgefährdend für die Art an, wenn man die Entwicklung der Wolfspopulation in Niedersachsen in den vergangenen Jahren begutachtet, welche sich exponentiell vervielfacht hat. Es ist davon auszugehen, dass durch die beantragte Ausnahmeregelung der günstige Erhaltungszustand in keiner Weise behindert wird. Die dynamisch steigende Wolfspopulation in Deutschland sei dafür ein hinreichender Nachweis, heißt es.