Meine Meinung von Tobias Göckeritz, Vorsitzender vom 9. September 2021 - 10:03

Meine Meinung von Tobias Göckeritz, Vorsitzender vom 9. September 2021 - 10:03

Liebe Leserinnen und Leser,

die Bundestagswahl ist im vollen Gang, und die Briefwahlunterlagen werden schon stark genutzt. Viele Berufskollegen haben mir gesagt, sie wüssten nicht, ob und was sie diesmal wählen wollen. Übereinstimmend ist aber die Ansicht, wenn es so weiter geht wie in den letzten Jahren, dann sind die bäuerlichen Familienbetriebe mit Tierhaltung endgültig am Ende. Die Bilanz der scheidenden Bundesregierung ist für die deutsche Landwirtschaft verheerend. Die Mitarbeiter in den Ministerien in Berlin und (immer noch) Bonn, und die sie leitenden Minister*innen haben sich weit von den Wirtschaftsrealitäten der deutschen Landwirtschaft entfernt.

Egal, was man wählt, sicher ist nur, dass das Umweltministerium weiter vom NABU geführt wird und das Landwirtschaftsministerium von fachfremden Karrierepolitiker*innen. Die Wahlkampf-Manager wollten, wie in alten Zeiten, den Fokus auf die Kanzlerkandidaten lenken, darauf fallen viele Wähler herein. Gewählt werden vom Wahlvolk in Deutschland aber nur die Parteien und nicht die Spitzenkandidaten, die wählt allein das Parlament. Nun ist die Rechnung nicht aufgegangen, denn die Strahlkraft der Spitzenkandidat*innen gleicht einem schwarzen Loch in der Dunkelheit. Der Vorsprung von Herrn Scholz lässt sich nur durch die Drittklassigkeit der Mitbewerber*innen erklären. Da reicht es für ihn aus, keine groben Marketingfehler zu machen.

Für uns Landwirte zählt aber die Leistung der Parteien, die Gesetze und Verordnungen und das Abstimmungsverhalten im abgelaufenen Bundestag, und nicht die Geschichten, die uns aufgetischt werden. Das gilt auch für unsere Direktkandidaten, die um unsere erste Stimme werben. Entscheidend bleibt aber die zweite Stimme, denn die entscheidet über die Mehrheitsverhältnisse in diesem unglaublich aufgeblähten teuren deutschen Parlament. Mit der Zweitstimme haben wir die Möglichkeit, einen klitzekleinen Akzent zu setzen, ganz gleich, welche Niete die kommende Regierung anführt. Je mehr nicht wählen, weil sie einfach nicht mehr wissen, wen sie nach der abgelieferten Performance der letzten Jahre noch wählen können, umso mehr zählt unsere Stimme - derjenigen, die vom Wahlrecht Gebrauch machen. Ich werde wählen - und ich weiß auch was!

Tobias Göckeritz, Vorsitzender
Geändert am: 
09.09.2021 - 10:03