Meine Meinung von Tobias Göckeritz, Vorsitzender vom 13. November 2020 - 13:34

Meine Meinung von Tobias Göckeritz, Vorsitzender vom 13. November 2020 - 13:34

Liebe Leserinnen und Leser,

wer sich für Politik interessiert, der konnte in den ersten Novembertagen ein spannendes Lehrstück für Demokratie in den USA sehen. Freie Wahlen sind der Kern der Demokratie. Sehr viele Gemeinwesen und Einrichtungen behaupten von sich demokratisch zu sein. Auch aus einer demokratischen Wahl kann mehrheitlich Schlimmes entstehen. Mehrheiten können Grundrechte, Menschenrechte und den Rechtsstaat abwählen. Das ist dann zwar demokratisch, aber nicht rechtstaatlich. Zu einer Wahl gehören immer Regeln (Wahlmänner, Delegierte oder Direktwahl), die zuvor demokratisch legitimiert definiert wurden und die eingehalten werden. Weiterhin gehört dazu, dass man sich dem Wahlergebnis unterwirft, auch wenn es einem nicht gefällt. Zum dritten ist es wichtig, dass Wahlen überhaupt regelmäßig stattfinden.
Die laufende Pandemie verführt dazu, Grundrechte und Regeln zu beugen. Da werden Wahlen verschoben, weil es angeblich zu gefährlich sei oder  die Auszählung der Briefwahlstimmen soll abgebrochen werden, obwohl durch die Pandemie überproportional viele Wahlberechtigte von ihrem Briefwahlrecht Gebrauch gemacht haben usw.
Unser Landvolk, der Deutsche Bauernverband und die Landwirtschaftskammer (LWK) organisieren sich auch demokratisch. In all diesen Bereichen laufen gerade Wahlen. In der LWK gab es eine Friedenswahl, d. h. es haben sich genauso viele um einen Sitz in der Kammerversammlung beworben, wie notwendig sind. Beim DBV wurde eine Delegiertenwahl (Mittelweser hatte vier Delegiertenstimmen) mit Präsenz in Erfurt durchgeführt. Da es keine Auswahl gab, hatten die Delegierten aber die Möglichkeit mit Nein zu stimmen.
Beim Landvolk-Landesverband wird der neue Präsident gewählt. Mittelweser hat zehn Delegierte, die unser Vorstand in seiner letzten Sitzung bestimmt hat. Bei einer Delegiertenwahl sind die Delegierten ihrem Gewissen verpflichtet, sie sind keine Wahlmänner, die an ein Votum der Basis gebunden sind. Diese Wahl wird per Brief abgehalten. Auch die Wahl unserer beiden Kreisverbandsvorsitzenden beim Landvolk Mittelweser, die für unsere ursprünglich am 4. Dezember geplante Kreisverbandsversammlung auf der Tagesordnung stand, wird in diesem Jahr erstmalig im Briefwahlverfahren durchgeführt. Wahlberechtigt sind alle Ortsvertrauensleute. Ich werde nach 18 Jahren das letzte Mal für eine Kandidatur zur Verfügung stehen.

 

Tobias Göckeritz, Vorsitzender
Geändert am: 
13.11.2020 - 13:34