Meine Meinung von Christoph Klomburg, Vorsitzender vom 9. April 2020 - 12:03

Meine Meinung von Christoph Klomburg, Vorsitzender vom 9. April 2020 - 12:03

Liebe Leserinnen und Leser,

Dinge haben oft nur den Wert, den man ihnen gibt.
Seien es Nudeln oder das nun patentierte Logo von „Land schafft Verbindung“. Mögen die Patentinhaber damit glücklich werden, der Gedanke dahinter bleibt weiterhin bestehen.
Scheinbar nimmt die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, zu verstehen und danach zu handeln immer weiter ab. Sehr lange und sehr oft haben wir Aufklärungsarbeit geleistet bezüglich der Messstellenproblematik, der roten Gebietsausweisung und der 20-prozentigen Unterdüngung. Auch das Hydor-Gutachten zu den roten Gebieten wurde den Verantwortlichen trotz vorgezogener Abstimmung im Bundesrat vorab vom Landvolk  übermittelt.
Es ist ein Unding, dass darüber vor Ablauf einer Anhörungsfrist abgestimmt wird.  Mir ist nicht eine einzige Person bekannt, die nach der Abstimmung erklären konnte, warum ein Beginn der Verschärfungen in neun Monaten ein besseres Ergebnis sein soll, als nach sechs Monaten.
Vielleicht erhofft man sich, den betroffenen Betrieben die Verschärfungen in den drei Monaten noch besser begründen zu können? Bei den geplanten Auflagen sollte man auch gute Begründungen liefern können, denn es geht um nicht weniger als den nachhaltigen und rentablen Ackerbau.
Der Frust und die Enttäuschung über diesen Bundesratsbeschluss sitzen tief und machen uns alle fassungslos. Es hat uns alle viel Zeit, Geld, Geduld und Einsatz gekostet, um zu wissenschaftlich getragenen Ergebnissen zu kommen und einen Zusammenhang von Wasser-, Boden-, Natur- und Klimaschutz aufzuzeigen.
Seit kurzem wird einem wieder bewusst, was vermeintlich hohe und moralisch ehrenhafte Ziele wert sind, wenn man sich Sorgen machen muss um den eigenen täglichen Bedarf und die berufliche Existenz durch ein vorher nicht bedachtes Problem gefährdet wird.
Sorgen um die berufliche Zukunft treiben uns Landwirte seit den Vorschlägen aus Berlin zur neuen Düngeverordnung verstärkt um und sollten spätestens uns jetzt alle gemeinsam – berufsübergreifend – besonnen handeln lassen! Das werden wir von den Verantwortlichen einfordern und zwar gemeinsam; ganz gleich unter welchem Logo!
Bleiben Sie gesund, wir können gemeinsam alles schaffen.

 

Christoph Klomburg, Vorsitzender
Geändert am: 
09.04.2020 - 12:03