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Liebe Leserinnen und Leser,

Hanischein ereignisreiches Jahr 2011 liegt hinter uns und in einigen Bereichen hat sich die „Welt verändert" auch wenn es die Landwirtschaft nicht direkt betraf, so wird es doch Auswirkung auf uns Bauern haben. Der „arabische Frühling" mit erfolgreichen Revolten gegen die Machthaber in Tunesien, Ägypten, Libyen und die noch tobenden Konflikte in Syrien, im Irak und Iran haben alle ihre Ursachen in der Unterdrückung, in religiösen Konflikten, aber auch in der Armut und der Unterversorgung des Volkes mit bezahlbaren Lebensmitteln. Die Natur-und Atomkatastrophe in Japan und das Nachdenken über die Vertretbarkeit der atomaren Energieversorgung hat zumindest bei uns zu einer überraschenden Energiewende hin zu erneuerbaren Energien geführt. Die Auswirkungen sind absehbar. Energie und Agrarrohstoffe werden teurer, aber auch die Agrarflächen, Futter-, Dünge- und Pflanzenschutzmittel werden knapp und teuer werden.

Wir Bauern werden wieder gebraucht und wir werden zumindest zeitweise deutlich höhere Preise für unsere Produkte bekommen, gleichzeitig aber ein höheres Kostenrisiko tragen müssen. Der wertstabile Boden und die verbesserten Gewinnaussichten der Agrarbranche bergen für uns Bauern aber auch Gefahren bezüglich zunehmender Begehrlichkeiten aus dem kapitalkräftigen, nicht landwirtschaftlichen Bereich. Hier gilt es wachsam landwirtschaftliche Privilegien im Grundstücksverkehrs- und Baurecht zu verteidigen. Wer diesbezüglich Zugeständnisse macht, wird wahrscheinlich nicht nur den gereichten Finger verlieren und das kann in Niedersachsen fatale Folgen für Ackerbau und Nutztierhaltung haben.

Landwirtschaftliche Bauvorhaben in Deutschland stoßen mittlerweile fast grundsätzlich auf Kritik aus der Gesellschaft, die in jedem Stall ein größeres Gesundheitsrisiko als in einer Autofabrik sieht. Verwundert auch nicht, wenn ein deutscher Nobelkarossenbauer mit dem Spruch „200 Pferdestärken und umweltfreundlicher als eine Kuh" Reklame macht. Wir Bauern haben leider keinen Millionenetat für Werbung zur Verfügung um diese Milchmädchenrechnung vor den Bürgern zu widerlegen, aber wir haben die besseren Argumente. Denn es gab auch schon Zeiten in Deutschland, da wurden Daimler-Fahrzeuge gegen Fleisch und Milch eingetauscht und es gibt heute noch eine Milliarde Menschen auf der Erde, die dies aktuell auch gerne täten, wenn sie im Besitz eines Mercedes wären.

Die Welternährungsorganisation der UNO fordert derzeit den nachhaltigen Ausbau der intensiven Tierhaltung um den steigenden Fleisch- und Milchbedarf der Welt zu decken. Deutschlands Bauern müssen nicht „die Welt retten", aber wir können und würden gern unseren Teil dazu beitragen.

Unterschrift_Hanisch

Dr. Hans-Christian Hanisch, Vorsitzender

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